Ist die Wiesn ein Öko-Vorbild? Da bleibt noch einiges zu tun…

Ist das Oktoberfest ein „weltweites Vorbild in der umweltschonenden Organisation von Großveranstaltungen?“ Das behauptet jedenfalls das für die Wiesn zuständige Referat für Arbeit und Umwelt (Presseinformation vom 29.07.2014/Pa, W 09) und beruft sich dabei auf einen bereits 1997 erhaltenen Bundesprojektpreis für das “Umweltkonzept für Großveranstaltungen – Beispiel Oktoberfest.“

Nicht mehr ganz taufrisch also, die Grundlage für das Eigenlob als ökologische Musterveranstaltung, finden Die Grünen im Stadtrat und fordern in einem Antrag neue Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit auf der Wiesn. Dazu gehört vor allem die Entwicklung eines Umweltmanagement-Systems für das Oktoberfest, das sich an den Standards des „Ecological Management and Audit Scheme (EMAS)“ der EU orientieren und nach der Öko-Audit-Verordnung zertifiziert werden soll. Außerdem beantragen Die Grünen, den Besuchern und Besucherinnen eine App für mobile Kommunikationsmittel und einen detaillierten Wiesnübersichtsplan zur Verfügung zu stellen, damit sie auf einen Blick erkennen können, an welchem Stand es ökologische, vegane oder fair gehandelte Angebote gibt. Schließlich soll der alljährliche Oktoberfest-Schlussbericht des Referats für Arbeit und Wirtschaft um ein eigenes Kapitel „Nachhaltigkeit“ ergänzt werden.

Stadträtin Katrin Habenschaden: „Seitdem das Oktoberfest 1991 – als erste ökologische Maßnahme – auf Mehrweggeschirr umgestellt hat, ist durchaus einiges geschehen: Abfall und Wasserverbrauch wurden reduziert, Zelte und Schausteller verwenden Öko-Strom und ein wenn auch noch bescheidenes Angebot an Bio-Schmankerln und vegetarischen Speisen wird Schritt für Schritt erweitert.

Doch seit der Auszeichnung des Umweltkonzepts sind nunmehr 18 Jahre vergangen. Zwischenzeitlich hat sich im Nachhaltigkeitsbereich einiges getan. Das Umweltkonzept muss dringend überarbeitet und neue Ziele müssen festgeschrieben werden. Ein zeitgemäßer Nachhaltigkeitsbericht muss grundsätzlich auch die Zeitverläufe der Erfolge darstellen. Die Tatsache z.B., dass zwei Stände Öko-Hendl anbieten, hat eine ganz andere Bedeutung, wenn dies bereits seit 10 Jahren unverändert der Fall ist.

Es ist höchste Zeit, dass die Landeshauptstadt München sich hier auf den Stand der Dinge begibt und sich neue Ziele setzt. Nur so können die LHM und das international bekannte und beliebte Oktoberfest wirklich ein weltweites Vorbild für die Ausrichtung von nachhaltigen und umweltschonenden Volksfesten werden – und bleiben!“

Zum Antrag

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