KZ-Außenlager Allach: Die Stadt muss ihrer historischen Verantwortung gerecht werden

Existiert in Allach auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers ein Massengrab von KZ-Häftlingen? Das legen Untersuchungen des Allacher BA-Mitglieds Klaus Mai nahe, dessen Schlussfolgerungen von der KZ-Gedenkstätte Dachau für „stichhaltig“ gehalten werden (Süddeutsche Zeitung vom 24. September 2015)

Die Stadtratsfraktion Die Grünen – rosa liste fordert nun in einem Antrag, das Gelände wissenschaftlich untersuchen zu lassen und einstweilen jegliche Nutzung zu unterbinden, die die Würde der Verstorbenen antasten könnte. Gegenwärtig befindet sich die Stadt mit dem Eigentümer des Grundstücks in einem Rechtsstreit über die Nutzungen auf dem Gelände, auf dem zudem vor kurzem Erdarbeiten vorgenommen wurden.

Stadträtin Katrin Habenschaden: „Falls es sich bewahrheitet, dass sich auf diesem Gelände ein Massengrab von KZ-Häftlingen befindet, muss die Stadt einen angemessenen Umgang mit der Grabstätte sicherstellen. Bis dahin ist alles zu unterlassen, was diesen Ort entwürdigen könnte. Der gegenwärtige Zustand des Geländes lässt vermuten, dass die Stadt ihm bisher nicht die Aufmerksamkeit geschenkt hat, die ein sensibler Umgang mit der NS-Vergangenheit gerade in München erfordert.
Dieses Gelände ist ein weiteres Beispiel dafür, dass bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit Münchens zu lange mit zu wenig Engagement gehandelt wurde. Wenn die Stadt ihrem eigenen Anspruch auf einen offenen und bewussten Umgang ihrer NS-Vergangenheit gerecht werden will, muss auch die Geschichte dieses Außenlagers des KZ Dachau, wo tausende Häftlinge Zwangsarbeit für BMW verrichten mussten, umfassend erforscht werden.“

Zum Antrag

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