Schwarzrot auf der Pirsch – müssen hundert Füchse für ein Monitoring sterben?

Mit außergewöhnlicher Hartnäckigkeit hat die CSU-Fraktion im Sommer 2014 einen Feldzug gegen den Kleinen Fuchsbandwurm begonnen. Zunächst beantragte sie eine flächendeckende Entwurmung der Münchner Füchse. Das Kreisverwaltungsreferat stellte dar, warum dies teuer, ineffizient und angesichts der geringen Fallzahlen bei Menschen (6 Fälle zwischen 2001 und 2013) unverhältnismäßig ist und lehnte das Ansinnen ab.
Doch die CSU gab so schnell nicht klein bei. Im Juli 2015 beantragte sie, ein Monitoring des Befalls der Münchner Füchse durchzuführen. Das Kreisverwaltungsreferat stellte dar, warum dies teuer, ineffizient und unverhältnismäßig ist und lehnte das Ansinnen ab. Mit Hilfe der SPD fand der CSU-Antrag Ende September dennoch eine Mehrheit.
Bisher unbemerkt blieb allerdings die Tatsache, dass die Stadt für dieses Monitoring – neben den ohnehin erlegten oder tot aufgefundenen Füchsen – „mindestens 100 Füchse extra auf eigene Kosten auf öffentlichem Grund erlegen lassen“ müsste (so steht es in der Beschlussvorlage des Kreisverwaltungsreferats). Denn für die Feststellung des Befalls müssen Darm und Leber untersucht werden, und dies ist nur an toten Tieren möglich.

Stadträtin Katrin Habenschaden fordert nun in einem Antrag, von der Tötung so vieler Füchse allein zum Zweck des Monitorings abzusehen. Sie schlägt vor, das Monitoring stattdessen über einen längeren Zeitraum mit den ohnehin erlegten oder als Fallwild aufgefundenen Füchsen durchzuführen.
Katrin Habenschaden: “München ist eine tierfreundliche Stadt – und das muss so bleiben! Es kann nicht angehen, dass für ein in seinem Nutzen außerordentlich fragwürdiges Monitoring so viele der zurecht beliebten Füchse sterben müssen. Wenn SPD und CSU tatsächlich der Meinung sind, dass die Stadt eine mittlere fünfstellige Summe ausgeben muss, um den beim Menschen äußerst selten auftretenden Fuchsbandwurm zu bekämpfen, ist das schlimm genug. Aber dafür mindestens 100 Füchse zu töten – das darf nicht sein!“

Zum Antrag

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